In den letzten Wochen sind mir jede Menge neuer Alben zu Ohren gekommen, zu denen ich hier mal wieder meinen Senf abgeben möchte...:
Scissor Sisters «Ta-Dah» - Amazon würde es vermutlich so formulieren: "Kunden, die die Sc.S. gekauft haben, interessierten sich auch für Elton John, die Bee Gees und '
Die 21 schmierigsten Discoschlager der 80er'." Einfach nur schrecklich, dieses Gelulle und Gedudel... Meine Bewertung:
1.5/10 Untoten «Die Blutgräfin» - viele Jahre waren die Untoten meine Lieblings-Gothic-Band. Dann meinten sie plötzlich, Künstler zu sein und erschufen bombastische, aufgeblasene Konzeptalben wie jetzt diese Doppel-CD, die überwiegend peinlich und nervig ist, wenngleich immerhin nicht mehr so metal-lastig wie das Zeugs davor.
1.5/10Kante «Die Tiere sind unruhig» - ach ja, Kante... immer mal wieder für einen tollen Hit gut, aber auf Albumlänge wird die Luft dann doch sehr sehr dünn. So auch hier - leider sind für mich mindestens drei Viertel der CD Ausschuss.
2/10
Autumns Grey Solace «Shades of grey» - ebenfalls sehr schade, dass diese Band auf Projekt mit ihrem ätherischen Wave-Sound auch nicht mehr Ideen als für drei Lieder am Stück zusammenbekommt. So angenehm ich den Klang finde, so langweilig sind die Songs teilweise.
3.5/10 (Als Schmankerl - hier der
MP3-Download ihres etwas älteren Superhits «Unshakable demon»)
Elika «Elika» - wiederum eine Shoegaze-inspirierte Band, die mit vergleichbaren "Konditions"-Problemen wie A.G.S. oder Kante zu kämpfen hat. Dem Album fehlt das Besondere, das gewisse Etwas, ohne wirklich schlecht zu sein.
5/10Anna Ternheim «Separation road» - von Anna habe ich mir auch mehr erwartet. Die Vorab-Single «Girl laying down» war ziemlich toll, nur mangelt es dieser Doppel-CD an zündenden Einfällen und schönen Melodien, wie sie noch auf dem Vorgänger zuhauf zu hören waren. Aber ein nettes Winteralbum.
5.5/10Scanners «Violence is golden» - hm, auch ein sehr zwiespältiges Album: einige Hits, und auch viel nerviges Zeug, das vor allem durch den anstrengenden Gesang unangenehm wird.
5.5/10Goldenboy «Underneath the radio» - Kaliforniens Antwort auf die Smiths weiß mit mit ruhiger, besinnlicher Musik zu gefallen, die mir teilweise etwas ZU lahm daherkommt.
5.5-6/1oIrene «Apple bay» - leider ist dieses Album nicht viel länger als 20 Minuten, sonst hätte es eine höhere Bewertung verdient. Gute-Laune-Musik für graue Tage, kurze, knackige Popsongs aus Schweden.
6/10 (MP3-Download
Irene «Little things (that tear us apart)»)
Mesh «We collide» - das neue Album der britischen Synthiepopper Mesh, die schon seit Jahren versuchen, den Ruf von Depeche Mode-Klonen abzulegen, ist wieder durchgängig gut hörbar, melodisch und tanzbar. Allerdings auch etwas eintönig auf Dauer, da sich im Vergleich zu früheren CDs am Stil nichts geändert hat.
6/10
Welle: Erdball «Chaos total» - nochmal Synthiepop, diesmal aus Deutschland. W:E kann man entweder nur lieben oder hassen, ich finde sie schon seit Jahren super! Plöngelige Elektromusik, die sich überhaupt nicht ernst nimmt und mit diesem Album teilweise an alte Großtaten anzuknüpfen weiß. Obwohl der Stil so langsam auch mal ausgelutscht erscheint...
6/10Televise «Songs To Sing In A & E Minor» - eine "Splittergruppe" von Slowdive... sehr schöne psychedelische Musik mit Shoegaze-Elementen aus England. Die CD weiß komplett zu überzeugen und dürfte sich noch als "Grower" erweisen.
6.5/10 (
MP3-Download Televise «Smile»)
120 Days «120 Days» - wiederum etwas noisigere Musik aus Norwegen, die phasenweise furios aufspielt und einem das Hirn durchpustet. Das Album wirkt vor allem als Gesamtheit und ist eher nichts für romantische Stunden zu zweit. :-)
7/10Division Kent «Monsterproof» - Bands aus der Schweiz kommen mir selten zu Ohren, aber Division Kent sind ganz ganz großartig und klingen sehr britisch oder schwedisch. Wunderbare elektronische Popmusik mit Anklängen an Client oder Ladytron, aber auch NDW (wie bspw. ihre Coverversion von «Tango 2000»). Eine echte Überraschung und ein sicherer Kandidat für meine Jahres-Top 15.
7/10DulceSky «Lands» - es wird immer besser...
DulceSky, die amerikanische Shoegaze-Band mit chilenischen Wurzeln, legt ein grandios virtuoses Meisterwerk vor, das einen einhüllt in schwebende Gitarren, tolle Melodien und sanften Gesang. Wieso solche Musik nicht von den Feuilletons gehypt wird und statt dessen so eine gequirlte Kinderkacke wie die Scissor Sisters, wird mir für immer ein Rätsel bleiben.
7.5/10
Windermere «No one wins» - aaaahhhh, wow, wie geil ist denn das?! Kurz vor Jahresende kommt dann doch noch mal ein ernsthafter Konkurrent für Amber Smith auf die Bühne - die dänische Band
Windermere, die auch ein Standbein im Shoegaze hat, und wie eine Mischung aus Gravenhurst, Amber Smith und Bethany Curve klingt, legt mit ihrem zweiten Album ihre Reifeprüfung ab und ein Knalleralbum vor. Von vorne bis hinten schön, melancholisch, düster, traurig. Wer das nicht kauft (
HIER), ist selbst Schuld.
8.5/10 (MP3-Download
Windermere «Trailerpark» (von ihrem ersten Album))