Cigarettes After Sex, Zola Blood, Shambolics


Cigarettes After Sex «Apocalypse» – die Band aus Brooklyn ist vielleicht eine der vielversprechendsten Newcomer der letzten Zeit. Ihre Mischung aus fragilen Melodien, Melancholie und zurückgenommener Instrumentierung war von Anfang an ziemlich cool, aber mit der neuen Single haben sie nun endgültig den Vogel abgeschossen, denn «Apocalypse» schwelgt geradezu in Melodieseligkeit und schwebender Atmosphäre. Absolut toll. (Und es soll Leute geben, die in Bezug auf eben jene Atmosphäre sogar gewisse Anklänge in Richtung der aktuellen Lana-Single «Love» erahnen. Ich zähle mich dazu. :-)



Zola Blood «Good Love» – nun was ganz anderes, nämlich EDM, also elektronische Musik für den Feierabend, aber nicht zwigend für den Club. Der aktuelle Song der Briten hat sogar ein bisschen was von Mew oder Moi Caprice.




Shambolics «Love Collides» – und wo wir schon bei den Briten sind, wie wär's mit einem klassischen englischen Indiegitarrenrocker? Bitte schön.

Seasurfer, Klez.e, Leslie Clio


Seasurfer «Under the Milkyway … who cares» – Shoegaze-Musik hatte es in Deutschland nie leicht und führte hierzulande sowohl in den Anfangszeiten, also den späten 80ern/frühen 90ern, wie auch in der momentanen Zeit des Revivals eher ein Schattendasein. Zu den seltenen deutschen Vertretern des Genres zähl(t)en die Dresdner Malory (die leider seit längerem pausieren) und Ulrich Schnauss (der eher die elektronische Schiene fährt). Und seit 2014 auch Seasurfer, deren Debütalbum «Dive in» es damals gleich in meine Top 10 schaffte.

Nun wird also nächste Woche der Nachfolger erscheinen, wieder auf dem renommierten und auf Shoegaze, DreamPop und verwandte Klänge spezialisierten amerikanischen Label Saint Marie Records. «Under the Milkyway … who cares» setzt das fort, was bereits auf dem Vorgängeralbum angedeutet wurde – hier kommen nicht nur klassische Shoegaze-Elemente der sowohl etwas harscheren Art (wie bei MBV) und der verträumteren Sorte (Slowdive, Pale Saints) zum Einsatz, sondern es geht eindeutig auch in die düstere Ecke, in der man mit Coldwave-Einflüssen flirtet. Gleich der kurze und knarzige Opener «Tricolore» geht voll auf die Zwölf, bevor das Tempo dann wieder etwas zurückgenommen wird. Der Band gelingt es auf dem Album, eine gute Balance zu finden zwischen atmosphärischeren DreamPop-Klängen und den treibenden, pulsierenderen Sounds. Schon früher dachte ich bei so manchem finsteren Slowdive-Track, dass das Musik ist, die eigentlich auch in der „schwarzen Szene“ gut ankommen müsste, und dieser Brückenschlag wird bei Seasurfer noch einmal bestärkt.  Highlights sind für mich die Songs, die besonders melodisch und schwebend sind, wie bspw. «Too late for Goodbye» oder «Falling».



Klez.e «Flammen» – wo ich schon mal bei deutschen Bands sind, will ich Euch die neue Single von Klez.e doch nicht vorenthalten. Die Jungs haben auf ihrem «Desintegration»-Album ganz besonders tief in die The Cure-Kiste gegriffen, was ja niemals verkehrt ist.



Leslie Clio «Darkness is a filler» – die Hamburger Pop-Soul-Sängerin klingt in ihrer neuen Single ungewohnt atmosphärisch, fast schon in Richtung DarkPop, wofür ich bekanntlich eine Schwäche habe. Sehr unterhaltsamer Song!

Secret Shine heute live in Hamburg

Wenn das nichts ist – heute Abend, Do. 16.3., wird die „Kult“-Shoegazeband Secret Shine, deren erstes Album Anfang der 90er auf dem legendären Sarah Rec.-Label erschien, live in Hamburg aufspielen und dabei auch Songs ihres demnächst erscheinenden neuen Werks „There is only now“ vorstellen. Los geht es ab 20 Uhr in der Astra Stube. (» Link zur Veranstaltung bei Facebook)

Love Shop, New Mystics


Love Shop «Risiko» (Album) – es ist ja leider selten geworden, dass ich hier in meinem kleinen nordischen Blog eine dänische Band vorstellen kann; die Hochphase der Dänen lief vor einigen Jahren langsam aus. Aber nun gibt es das neue Album von Love Shop – einer Band, die sich zwischenzeitlich sogar schon mal aufgelöst hatte, nun aber wieder da ist, und wie! Das neue Album ist ein richtiger Knüller, mit einer Mischung aus Pop, Indie und Wave, und das alles in dänischer Sprache. Bislang so ziemlich mein Album des Jahres.



New Mystics «Modern» – hinter diesem Projekt verbirgt sich der US-amerikanische Musiker  Josh Onstott, der leicht angeschmachtete Indiepop-/Britpop-Musik spielt. Im Laufe des Jahres soll noch ein Album folgen.

Tusks, Sands


Tusks «Toronto» – ich mag ja bekanntlich atmosphärische, etwas angedüsterte und leicht folkige Gitarrenmusik, wie man sie z.B. von Daughter kennt. Und so ist e sauch keine Überraschung, dass mich auch die neue Single der jungen Sängerin Emily Underhill aka Tusks sehr anspricht. «Toronto» entwickelt einen ganz eigenen Sog, und die flirrenden Gitarren verstärken diesen noch. Toller Song! Das Debütalbum folgt im Laufe des Jahres.


Sands «Poison in you» – erheblich knackiger und rockiger kommt hingegen die aktuelle Single des Londoner Andrew Sands daher. In der Promomail werden Vergleiche zu Spiritualized und Arcade Fire gezogen, und diese ungewöhnliche Mischung macht auch den Charme des Liedes aus.

Lake Ruth, Lorde


Lake Ruth «Actual Entity» – das Trio aus New York spielt teils wunderbar verhuschten DreamPop/Chamberpop mit psychedelischen Elementen. Songs wie «Helium» erinnern mich dabei auch an Bands wie Broadcast oder (softe) Stereloab. Das gesamte Debüt-Album, das letztes Jahr erschienen ist, ist wirklich sehr erfrischend und Balsam für die Ohren.


Lorde «Green Light» – die neuseeländische Sängerin hat sich 4 Jahre Zeit gelassen für ihr neues Album «Melodram», das im Juni erscheinen wird. Auch in Hipster-Kreisen und bei Leuten mit Indie- und Pop-Hintergrund wird ihre sehr abwechslungsreiche Popmusik durchaus goutiert, und so findet auch die neue Single ein positives Echo. Bei mir ebenso. Das Rad wird nicht neu erfunden, aber der Song macht durchaus Spaß.

Eat Lights Become Lights, Steady Holiday


Eat Lights Become Lights «Nature Reserve» – mit treibenden Motorik-Beats und elektronischem Krautrock wusste die britische Band von Anbeginn an zu überzeugen. Auf dem neuen Album dürfen wir wiederum teilnehmen an ihrer furiosen Fahrt – 9 Tracks, zum Teil an die 10 Minuten lang, bieten hypnotische Rhythmen und psychedelische Stimmung par excellence.



Steady Holiday «Terror» – die Sängerin Dre Babinski aus Los Angeles, besser bekannt als Steady Holiday, legt mit ihrer neuen EP «Terror» wieder wunderbare DreamPop-Klänge vor. Erscheinungsdatum ist der 7. April, bis dahin können wir uns am Titeltrack laben.

Tempers, Wire


Tempers «Further» – schade, schade, dass die Band aus New York mit «Fundamental Fantasy» nur eine EP veröffentlicht haben und kein komplettes Album, denn ansonsten wäre diese Scheibe ein Anwärter auf einen der vorderen Plätze meiner Jahrescharts. Das Duo aus New York spielt eine epische, atmosphärische PostPunk-/Coldwave-Mischung, die sich durch bemerkenswert gelungene Melodien auszeichnet.



Wire «Short elevated period» – schon sehr viel länger im Musikbiz dabei als die Tempers sind die Briten von Wire. Man kann sie schon als eine Art Urgestein des PostPunk/Gitarrenwave bezeichnen. Umso erstaunlicher, dass sie auch nach 40 Jahren Bandgeschichte ihr Feuer noch nicht verloren haben – die neue Single ist jedenfalls super.