Heaven, Agent Blå


Heaven «All Love Is Blue» (Album) – wenn man einen Blindtest mit mir gemacht und mir den Song «The Sun Shins Thru in The Evening» vom neuen Heaven-Album vorgespielt hätte, hätte ich vermutlich getippt, dass es sich um eine längst verschollene Perle einer britischen Band aus den frühen 90er Jahren handeln würde. Doch weit gefehlt, dies ist aktuelle Musik, und auch wenn sich die New Yorker bei vielen Stilelementen dieser Zeit bedienen, und Shoegaze, Madchester und andere Sounds verarbeiten, kommt das gesamte Album dann dennoch nicht als Retro-Veranstaltung rüber. Sehr unterhaltsam!


Agent Blå «Medium Rare» – in diese Rubrik fällt auch die neue EP der jungen schwedischen Combo, die hier etwas weniger schrammelig zu Werke geht als noch auf ihrem letztjährigen Debüt-Album. Aber janglende Gitarren und schöne Melodien sind auch hier zuhauf zu finden.

The Essex Green, Johnny Marr


The Essex Green «Don't Leave It In Our Hands» – ich weiß gar nicht mehr so genau, wie lange das her ist, dass ich zuletzt etwas Neues von The Essex Green gehört habe – 10 Jahre vielleicht? Umso erstaunter (und erfreuter) war ich, als ich nun erfuhr, dass demnächst auf Merge Records ein neues Album namens «Hardy Electronic» erscheinen wird. Vorab gibt es schon mal drei neue Songs auf YouTube zu bewundern, darunter dieser wunderbare Track, der mit seiner Mischung aus Gitarren-Indiepop und latenter DIY-Twee-Attitüde zu gefallen weiß.


Johnny Marr «Walk Into The Sea» – jaja, ich hatte erst vor ein paar Wochen einen Song vom ehemaligen Smiths-Gitarristen in meinem Blog, aber die neue Single ist einfach zu klasse, um sie zu ignorieren. Johnny goes Shoegaze! Das neue Album ist gestern erschienen, übrigens.

Esther & Fatou, R. Missing


Esther & Fatou «At Night» – manchmal verbirgt sich in der Vielzahl an Promomails, die ich so jeden Tag geschickt bekomme, tatsächlich eine echte musikalische Perle, die ich sonst niemals kennen gelernt hätte. Wie z.B. das junge Indie-Folk-Duo Esther & Fatou aus Belgien, das mittlerweile zwei Singles veröffentlicht hat. Die erste finde ich besonders gelungen, aber auch «Home», das gerade erschienen ist, lässt einiges erwarten.



R. Missing «Deeper Holes» – ich weiß nicht, ob sich der geneigte Leser noch an die sehr gute New Yorker Indieband The Ropes erinnert? Diese gibt es leider nicht mehr, aber die Sängerin macht unter neuem Namen und verändertem Stil weiter. Letztes Jahr erschien das Debüt-Album «Unsummering», dessen Coldwave/Synthpop-Sound mir absolut zusagt.

Holy Motors, Cigarettes After Sex


Holy Motors «Honeymooning» – an die 3 Jahre ist es her, dass ich zum ersten Mal diese Band aus Estland in meinem Blog vorstellte. Nun gibt es mit «Slow Sundown» endlich ein neues Album, das im Grunde alle Erwartungen erfüllt – denn das Quintett ist seinem 90er Jahre DreamPop-Stil treu geblieben und erinnert phasenweise wieder auf angenehmste Weise an Mazzy Star.


Cigarettes After Sex «Crush» – die gestern überraschend erschienene neue Single der US-Amerikaner passt nahtlos dazu, geht es doch auch hier melancholisch und verträumt zu. Stilistisch hat sich zum letztjährigen Album nichts getan, was daran liegt, dass es sich um einen schon Ende 2015 aufgenommenen Song handelt.


INVSN, Anemone


INVSN «Love» – einen Lana Del Rey-Song zu covern ist in meinen Ohren natürlich immer mutig, sind die Originalversionen doch in der Regel schon nahezu perfekt. Die schwedische Band INVSN rund um den International Noise Conspiracy-Mastermind Dennis Lyxzen hat es gewagt und sich die erste Single des letztjährigen Lana-Albums herausgesucht – und eine wirklich ausgesprochen gelungene Version hingelegt. In puncto Wucht toppen die Schweden sogar das Original. Die ganze dazugehörige EP «Forever rejected» ist absolut empfehlenswert (wenn man auf etwas krachigere Musik steht).


Anemone «Baby only You & I» (EP) – aus Montreal in Kanada stammt die Sängerin Chloé Soldevila, die sich für ihr Projekt Anemone nennt und teils französischsprachigen IndiePop mit psychedelischem Einfluss präsentiert. Passt prima zum Sommer!


The Emerald Down, Swirlpool


The Emerald Down «Rule of 3rds» – wenn eine Band nach 16 Jahren zum ersten Mal wieder etwas von sich hören lässt, stellt sich natürlich zunächst einmal oft die Frage, wie die Musik nach so langer Pause wohl klingen mag. Die ehemals aus den USA stammenden The Emerald Down gehörten zur „zweiten Welle“ an Shoegaze-Bands (heute sind wir sicherlich bei der dritten oder vierten Welle), also denjenigen, die nach der Original-Acts wie Slowdive, Ride, MBV etc. Ende der 90er/Anfanger der 00er Jahre anfingen, ihre eigenen Gitarrenwände aufzuschichten. Leider war die Zeit damals noch nicht so reif wie heute, wo das Shoegaze-Revival breite Schichten der Musiklandschaft erfasst hat, von daher waren T.E.D. wie auch viele andere aus der Zeit wirklich nur was für Spezialisten. Ob sich das mit ihrem neuen Song ändern wird, muss sich zeigen – «Rule of 3rds» ist auf jeden Fall klangtechnisch eine deutliche Weiterentwicklung ihres früheren Sounds, denn statt knackiger Gitarrenfeedbacks wird es nun eher elektronisch und dreampoppiger – was ihnen meines Erachtens ebenfalls gut zu Gesichte steht. Inzwischen besteht die Band u.a. aus der ursprünglichen Sängerin und Mitgliedern von 93MillionMilesFromTheSun und The Telescopes.



Swirlpool «Tired Eyes» – dann mache ich doch heute aus meinem Posting doch mal einfach ein Shoegaze-Doppel, indem ich Euch auch die Debüt-EP «Camomile» der deutschen Shoegazeband Swirlpool ans Herz lege, die just auf Reptile Music erschienen ist. Wie ich schon vor einigen Wochen schrieb passiert es nicht so häufig, dass hiesige Bands den britisch/amerikanischen Gitarrensound so gut treffen wie den Jungs aus Regensburg.

Blondy Brownie, The Us


Blondy Brownie «Ping Pong» – mit französischsprachiger Musik liegt man bei mir bekanntermaßen oft richtig, und so ist es auch kein Wunder, dass mir das belgische Duo Blondy Brownie mit ihrer sehr französisch und zuweilen etwas seltsam anmutenden Pop-Musik sehr zusagt. Ihren Stil beschreiben die beiden Mädels als DreamPop und IndiePop, aber mit doch sehr eigener Note, und sogar gewissem Chanson-Einschlag. Cooles Album, dieses «Almanach».


The Us «The Sky Was Open» (EP) – der brasilianische Musikblog „The Blog That Celebrates Itself“ ist ja seit vielen Jahren aktiv, und seit einiger Jahre fungiert er auch als Netlabel und veröffentlicht Bands, die ihm am Herzen liegen. So auch The Us, deren Debüt-EP (?) jüngst erschienen ist. Wer klassischen Indie-Gitarren-Sound mag, sollte hier ein Ohr riskieren.

Rosie Carney


Rosie Carney «Bare» – diese verträumte, atmosphärische und leicht verhuschte Indiefolk-Musik, die die irische Sängerin auch auf ihrer neuen Single zeigt, gefällt mir wirklich außerordentlich gut. Ich hatte Euch im letzten Jahr ja schon «Winter» ans Herz gelegt, und «Bare» setzt in punkto Schönheit noch mal einen drauf. Wirklich klasse!