EKKSTACY, L’Avenir

EKKSTACY «wish i was dead» – okay, wenn man sich das Foto so anschaut, und den Thumbnail zum neuen Video des aus Vancouver stammenden Künstlers, denkt man vermutlich erstmal an irgendeine Hardcore- oder Emo-Band. Umso überraschender ist dann, wie der Song tatsächlich klingt. Er bietet Jangle-Gitarren und Wave-Touch und ist mit seinen knapp 2 Minuten zu schnell zu Ende. Das neue Album «Misery» soll allerdings, lt. Label, härter sein – man darf gespannt sein. Aber die Single ist auf jeden Fall ganz mein Ding.

L’Avenir «The Pageantry Of Loneliness» – bleiben wir noch etwas bei 80er Klängen, greifen aber ganz tief in die Synthie-Kiste. Ausgesprochen gelungene neue Single dieser Band aus Baltimore, von der im Frühjahr erschienenden neuen EP.

A Place To Bury Strangers, CIEL

A Place To Bury Strangers «Keep Slipping Away 2022» – hui, das muss aber schon ein paar Jährchen her sein, dass ich die Noise-Band aus den USA hier zuletzt im Blog hatte. Mit gewissen Pausen bringen die Jungs inzwischen wieder regelmäßig neue Musik heraus – oder, wie im heutigen Fall, eine neue Version eines 12 Jahre alten Tracks, aufgenommen zum Record Store Day. Die aufgefrischte Variante geht gut ab und lässt auch noch etwas von den leichten Wave-Sprengseln früherer Tage erahnen.

CIEL «Baby Don’t You Know» – die Band aus dem UK hatte ich in den letzten 1–2 Jahren immer mal wieder auf dem Schirm. Ihr Indierock mit melodischem Fundament macht wirklich Laune. Demnächst wird eine neue EP erscheinen.

The Sunshine State, Zella Day


The Sunshine State «Pushing 30» – ich denke, jetzt im Hochsommer kann man ruhig auch einmal flockig-fluffigen Pop vertragen (okay, dafür brauche ich den Sommer gar nicht ;-) – dieser wunderbar luftige Gitarrenpopsong des Projekts der Singer-/Songwriterin Skyler Stonestreet ist genau das Richtige, um flirrende Hitze zu ertragen. Der Song stammt von der neuen EP «In Another Life», das weitere Perlen enthält und sehr ohrenschmeichelnd daher kommt.

Zella Day «Radio Silence» – die US-amerikansiche Sängerin habe ich schon eit einigen Jahren immer mal wieder auf dem Schirm, zumal sie auch auf Lana Del Reys letztem Album zu hören war. Ihre neue Single eine coole Mischung aus Elektronik und Indie darstellt.

SadSvit, Betonkust

SadSvit «Небо» – wenn mich nicht alles täuscht, habe ich noch nie Musik aus der Ukraine hier vorgestellt. Nur Dank YouTubes Algorithmus bin ich auch auf SadSvit, dem Projekt von Ivano Frankivsk aufmerksam geworden. Seine PostPunk-Songs treffen ziemlich genau ins Schwarze bei mir, so dass ich sie Euch unbedingt ans Herz legen möchte. (Anm.: es ist traurig und tragisch, dass es erst des Angriffskriegs Russlands und der furchtbaren Verwüstungen in der Ukraine bedurfte, um auf SadSvit aufmerksam zu werden. Dass es auch hierzulande Leute gibt, die Putin und seinem faschistoiden Verhalten Verständnis oder gar Sympathie entgegen bringen ist mir unverständlich. Sorry für den politischen Einschub, aber das musste ich angesichts des Themas einfach anmerken.)

Betonkust «9000 Tears» – und dann bleiben wir doch gleich bei den düsteren Klängen und wechseln kurz rüber zu unseren Nachbarn in die Niederlande, wo die Band mit dem schönen Namen Betonkust demnächst ihr Debütalbum veröffentlichen wird. Der Sound hat etwas von abgedunkelten Goth-Dreampop.

Crake, Wet Leg

Crake «Winter’s Song» – wenn das Fika-Label eine Neuveröffentlichung herausbringt, lohnt es sich in der Regel, mal ein Ohr zu riskieren, denn sie haben ein gutes Händchen für interessante Bands. So auch mit Crake aus dem UK – die Band um Songwriterin Rowan Sandle hat gerade ihr neues Album «Human’s worst habits» veröffentlicht (inspiriert durch den Tod einer Freundin, die bei einem türkischen Luftangriff in Syrien ums Leben kam) und verarbeitet dort mit dichtem Folkrock ihre Gefühle. Sehr hörenswert.

Wet Leg «Ur Mum» – sehr viel fluffiger und ulkiger geht es im neuen Track der britischen Band von der Isle of Wright. Ihr schräger Indierock kommt mit einigem Augenzwinkern daher.

BLOND, Fehlfarben

BLOND «Mein Boy» – so, heute mache ich mal ein deutschsprachiges Doppel – zum einen mit BLOND, dem Trio aus Chemnitz, das mit seiner an Electroclash erinnernden melodischen wie auch dynamischen Musik immer wieder für Furore gesorgt hat in den letzten Jahren. Auch ihre durchaus schrägen Videos und Outfits tragen zu ihrem besonderen Charme bei. Die aktuelle Single ist wieder ein schönes Beispiel dafür und geht ordentlich ab.

Fehlfarben «Europa» – noch sehr viel länger aktiv ist die Band Fehlfarben, die schon seit mehr vier Jahrzehnten PostPunk mit aneckenden Texten und Attitüde liefern. Die neue Single, Vorbote auf das demnächst erscheinenden Album mit dem kryptischen Titel «?0??» macht da keine Ausnahme.

The Mary Onettes, Mattyeux ft. Princess Chelsea

The Mary Onettes «What I Feel in Some Places» – langjährige Leser meines Blogs werden sich vielleicht noch an diese Band aus Schweden erinnern, die damals Mitte/Ende der 00er Jahre die große Welle skandinavischer Indiemusik anführten und auch oft bei Coast Is Clear Erwähnung fanden. Nun sind die Jungs mit einem neuen Song zurück – zwar nicht ganz so ein Megaschmachtfetzen wie damals z.B. «The Companion», aber dennoch sehr schön. Ein neues Album ist in der Mache,

Mattyeux ft. Princess Chelsea «Sometimes» – letztes Jahr war ja das junge französische Duo Video Club meine Nr. 2 der Albumcharts. Danach haben sie sich leider aufgelöst – aber nun macht Mattyeux auf eigene Faust weiter und hat sich für seine neue Single mit niemand Geringerem als der neuseeländischen Indiepop-Künstlerin Princess Chelsea zusammengetan. Sehr tolles Duett.

Suede, CHVRCHES

Suede «She Still Leads Me» – ja, das ist doch mal eine schöne Überraschung: eine der großen Bands der 90er BritPop-Ära, die bis heute überlebt haben, sind zurück mit einer wirklich gelungenen neuen Single, die gleichzeitig Vorbote auf das nächste Album namens «Autofiction» ist (erscheint am 16. September). Die Stimme von Brett Anderson ist unverkennbar, und die Gitarren umspielen seinen Gesang mit angenehmer Knackigkeit und gleichzeitig Suede-typischer Melancholie. Das Album kann also tatsächlich was werden. :-)

CHVRCHES «Out of my Head feat. Wednesday Campanella» – ich muss zugeben, diesen Song habe ich damals, als er rauskam (2018) überhaupt nicht mitbekommen. Dabei ist er echt klasse. Die japanische Künstlerin Wednesday Campanella (水曜日のカンパネラ) gibt dem Track noch das gewisse Etwas.