Linn Koch-Emmery, Ravages

Linn Koch-Emery «Dirty Words» – aus Schweden kommt ja in schöner Regelmäßigkeit prima neue Musik, auch wenn der Strom an Indiepop etwas versiegt zu sein scheint. Dafür gibt es mehr PostPunk oder, wie in meinem heutigen Fall, Schrammelpop. Linn Koch-Emmery aus Stockholm hat gerade ihr Album «Being the girl» veröffentlicht, auf dem sie angenehm verzerrten Indiegitarren und einer gewissen LoFi-Ästhetik frönt.

Ravages «D’où je viens» – ein Nebenprojekt der Musiker von Exsonvaldes (einer französischen Band, die ich im Laufe der letzten Jahre immer wieder mal in meinem Blog hatte) ist Ravages. Etwas sanfter und zurückgenommen klingt die Musik, aber unverändert schön zu hören. Die EP «Jusqu’au large»  ist gerade erschienen.

Inhaler, Faye Webster

Inhaler «Cheer Up Baby» – der typisch (britische) Indiesound ist in der letzten Heit in meinem Blog vielleicht etwas kurz gekommen. Von daher schaffe ich heute Abhilfe und stelle Euch heute die Band Inhaler aus Dublin vor, die gerade ihre neue Single «Cheer Up Baby» veröffentlicht hat. Indierock mit latentem Hymnencharakter und schön flirrenden Gitarren (die mich manchmal etwas an die Killers erinnern). Das Debütalbum wird am 16. Juli erscheinen.

Faye Webster «Cheers» – ganz anders ist der Song von Faye Webster, einer Sängerin aus , gelagert, auch wenn er vom Titel her sehr kompatibel erscheint. :-) Die Musik ist schwer zu fassen, sie ist eher rhythmisch orientiert und hat sehr interessante Spannungsbögen. Das Album «I Know I'm Funny haha» erscheint Ende Juni.

Kirty, Glüme

Kirty «This Year's Been Hell» – der Titel des letzten Dezember veröffentlichten Songs ist natürlich schon mal sehr passend für all das, was rund um die Pandemie vor sich geht. Und so war mein Interesse auch zugleich geweckt, denn ich hatte zuvor noch nie etwas von Kirty – einer Singer-Songwriterin aus Toronto – gehört. Definitiv werde ich ihren weiteren Weg nun aufmerksam verfolgen, denn ihre Indiepop-Musik klingt sehr interessant und melodisch. Bisher gibt es eine Reihe von Singles, aber noch kein Album (das soll aber demnächst folgen).

Glüme «Nervous Breakdown» – im Gegensatz zu Kirty hat die Sängerin Glüme aus Los Angeles ihr Debütalbum «The Internet» gerade beim Italians Do It Better-Label herausgebracht. Wer den Neo-Noir-Disco-80er-Sound des Labels mag, wird auch bei Glüme fündig. Leicht merkwürdige Synthiemusik in angedeuteter Twin Peaks-Optik.

Piroshka, La Féline

Piroshka «Scratching at the Lid» – Na, das ist ja mal eine schöne Überraschung – Piroshka, die Band rund um die Ex-Lush-Sängerin Miki Berenyi ist wieder da. Zwei Jahre nach dem bemerkenswert gelungenen Debüt «Brickbat» steht nun am 23. Juli der Nachfolger bei Bella Union am Start: «Love Drips And Gathers». Als kleinen Vorgeschmack dürfen wir uns schon mal über ein neues Video freuen. Das Album soll, laut Aussagen der Band, mehr in Richtung Shoegaze gehen, womit man bei mir bekanntlich auch offene Türen einrennt.

La Féline «Adien l’enfance» – ich hatte Euch die französische Sängerin Agnès Gayraud aka La Féline ja schon ein paar Mal hier vorgestellt. Heute gibt es mal nichts Neues, sondern ihr Album von 2015, das ich aber erst jetzt für mich entdeckt habe. Sehr tolle Musik!

Ski Saigon, Aloa Input

Ski Saigon «Silver Lining» – okay, heute mal wieder etwas für die Freunde verhuschter Melodiebögen und dezenter Gitarrenläufe – die Band Ski Saigon hat unlängst ihr neues Album «Sees the Albatross» veröffentlicht, auf dem sie einem Sound frönt, der zum Teil etwas an die güldenen TweePop-Zeiten der frühen 90er Jahre erinnert, aber auch etwasschräge und verzerrte Momente aufweist. Es empfiehlt sich, das ganze Album zu hören, da die einzelnen Lieder als Ganzes noch besser zur Geltung kommen.

Aloa Input «The Other Rainbow» – alle, die schon mal den Beatles-Film «Yellow Submarine» gesehen haben, werden sich vielleicht über das Video der Münchner Band Aloa Input freuen, denn es schwelgt in ähnlichen psychedelischen Traumwelten. Sehr gelungen, auch der Song.

Masha Qrella, Dans Dans

Masha Qrella «Blaudunkel» – heute habe ich mal zwei Premieren für meinen Blog, also zwei Künstler*innen, die ich bisher noch nicht vorgestellt habe (und auch noch nicht kannte). Den Auftakt macht die Berliner Sängerin Masha Qrella, die auf ihrem neuen Album «Woanders» Gedichte des Lyrikers Thomas Brasch vertont hat (u.a. mit Gastauftritt von Tocotronics Dirk von Lotzow). Herausgekommen sind sehr schöne, teils verträumte, teils aber auch mit ein paar kratzigeren Elementen versetzte Lieder, die eigentlich eher etwas für lange Winterabende sind, aber irgendwie auch in diesen Frühling passen.

Dans Dans «Cinder Bay» – und nun noch eine belgische Band, deren Instrumental-Musik sogar teilweise in den Jazz-Bereich hineinragt, aber auch schön atmosphärisch klingt. Wie auf ihrer letzten Single, die mich ein wenig an (ruhige) Stereolab erinnert.

Marina (& the Diamonds), All Eyes

Marina «Purge The Poison» – hurra, Marina ist wieder da! Ich bin ja großer Fan der Musik der walisisch-griechischen Sängerin, und nach Lana Del Rey ist sie die meistgehörte Künstlerin der letzten 15 Jahre bei mir. Ihre stets etwas eigenwillige Interpretation von Pop hat es mir (nach ein paar Anlaufschwierigkeiten) absolut angetan, auch wenn ich von ihrem letzten Album «Love + Fear» eher enttäuscht war. Doch nun scheint sie wieder zu ihrem extravaganten und leicht schrammeligen Stil der Anfangszeit zurück zu kehren, zumindest mit der neuen Single, die richtig fetzt und Lust aufs am 11. Juni erscheinende Album «Ancient Dreams in a Modern Land» macht.

All Eyes «Spectre» – quasi das Gegenteil von der energetisierenden Power-Pop-Musik von Marina ist die neue Single der Darkwave-Band aus Minnesota. Wieder sehr gelungen und angenehm verhangener Sound.

Ducks Ltd., October Drift

Ducks Ltd. «As Big As All Outside» – ich habe, trotz sich wandelndem Musikgeschmack in den letzten 10 Jahren, nach wie vor eine Schwäche für Jangle-Gitarren. Von daher ist es kein Wunder, dass Ducks Ltd., ein Duo aus Ontario in Kanada, mit ihrem neuen Song genau meinen Nerv trifft. Das Lied perlt wunderbar dahin und macht Lust auf den Sommer. Das neue Album «Get Bleak» wird Ende Mai erscheinen.

October Drift «Video Games (Lana Del Rey Cover)» – October Drift sind eine britische Indie-/Shoegazeband, deren Musik mir auch schon länger zusagt. Nun haben sie mit Lanas «Video Games» einen modernen Klassiker gecovert, live im Studio, und dem Song eine Art leichtes Shoegazegewand umgelegt. Sehr hübsch!