Postcards, Tocotronic


Postcards «I'll be here in the morning» (Album) – letztes Jahr wurde ich vom Blogkollegen Lieinthesound auf diese libanesische (!) Band aufmerksam gemacht, und als er nun neulich das am 26. Januar hierzulande erscheinende Album mit ordentlich Begeisterung anpries und Parallelen zu Hope Sandoval von Mazzy Star zog, war ich natürlich auch sogleich angefixt. Denn was das Quartett auf der Scheibe an Dreampop und Indiefolk (mit durchaus auch mal angekratzten Gitarren) spielt ist wirklich ausgesprochen unterhaltsam und schön zu hören. Vor allem gefällt mit «Waves» mit seinen Laut-/Leise-Passagen, aber auch «Bright Lights» geht gut ins Ohr.


Tocotronic «Electric Guitar» – jaja, Toco hatte ich erst vor wenigen Wochen im Blog erwähnt, aber die neue Single ist so toll, dass ich nicht umhin kann, einen der Hits des Jahres auch bei Coast Is Clear zu präsentieren.

Tiny Fireflies, Palace Winter


Tiny Fireflies «Nothing», «2040» – die inzwischen zu einem Trio gewachsene Band aus Chicago spielt seit jeher sympathisch verhuschten Indiepop mit leichter Twee-Note, doch mit ihren beiden neuesten Liedern legen sie wirklich noch mal eine Schippe drauf. Richtig tolle Songs mit wunderbaren Melodien. («2040» gibt es derzeit nur bei Spotify zu hören.)



Palace Winter «Take shelter» – das dänisch-australische Duo ist ebenfalls zurück mit neuer Musik und einem ersten Track auf dem im Frühjahr erscheinenden Album «Nowadays».

Holy Now, AKW


Holy Now «Feel it all» – hach, das ist aber nett, was die junge schwedische Band aus Göteborg uns da als neueste Single kredenzt. Freunde des Twanggitarrensounds von z.B. Alvvays müssten eigentlich entzückt sein, denn nach zwei etwas kratzigeren EPs haben Holy Now nun offenbar den Weg zum melodischeren Gitarrenpop gefunden.



AKW «Bored» – schon im November erschien diese tolle Single der US-amerikanischen Band um Sängerin Alex Wiesner. Dreamfolk ist ja durchaus meine neueste Leidenschaft.

Twin Oaks, Ilgen-Nur


Twin Oaks «Living Room» (EP) – diese Band aus Los Angeles hatte ich Euch ja vor gar nicht allzu langer Zeit schon einmal vorgestellt. Nun ist eine neue EP erschienen und sie bietet wieder ganz wunderbar atmosphärischen Dreampop, der wie der perfekte Soundtrack zum herbstlichen Winterwetter dort draußen anmutet. Ganz toll! Und die EP ist außerdem „name your price“, also ab 0 € zu haben.



Ilgen-Nur «Cool» – ja, cool klingt dieser Song der jungen deutschen Band wirklich. Diese Art von „Post-Twee-Pop-Punk“ kennt man aus heimischen Gefilden eigentlich eher selten, umso erfreulicher, dass auch die jungen Leutz solche Musik noch mögen (und selbst machen). :-)

Ghost Transmission, Loma


Ghost Transmission «Curse and Shoot» – so, erstmal ein frohes neues Jahr allen Lesern. 2018 geht musikalisch gemächlich los, deshalb habe ich heute noch zwei Songs von 2017 für Euch. Beginnen möchte ich mit dieser spanischen Band, die mit ihrem Sound ziemlich nah an das herankommt, was die Raveonettes in ihren Anfangstagen so zelebrierten, also krachig-melodischen Noisepop. Das dazugehörige album ist durchaus unterhaltsam, offenbart aber auch ein bisschen das Grunddilemma der Shoegaze-Szene: viele neue Bands versuchen im Grunde nur früheren Heroen nachzueifern (Slowdive, MBV, Jesus & Mary Chain vor allem), so dass Eigenständigkeit ein wenig auf der Strecke bleibt. Aber der Song von Ghost Transmission ist trotzdem prima. :-)


Loma «Black Willow» – auf Sub Pop erschien letztes Jahr das Debütalbum dieser amerikanischen Band mit ihrer sehr sphärischen Folk-Musik.



Cheerio, Miss Sophie!


Prosit!

Ich wünsche Euch allen einen guten Start ins neue Jahr. Mal gucken, was 2018 so alles bringen wird – viel neue Musik auf jeden Fall, das ist schon mal sicher. Beispielsweise bin ich gespannt auf die neuen Alben von Tocotronic, Poppy Ackroyd, The Limiñanas, The Soulboy Collective, SoKo und (haha) den Chromatics.


Der große Coast Is Clear-Jahresrückblick 2017 – Teil 2: Die Alben


Kommen wir nun zum zweiten Teil meiner kleinen musikalischen Rückschau auf 2017 (» hier geht's zu Teil 1) – den für mich besten Alben des Jahres. Selten war ein Album so unangefochten auf Platz 1 wie diesmal – vermutlich habe ich Lanas „Lust for Life“ annähernd so oft gehört wie die restlichen Scheiben in meiner Top 10 zusammen genommen. Es gibt aber auch einige Überraschungen, allen voran Belgrad auf Platz 2, schließlich kommt es ja nicht so oft bei mir vor, dass eine deutschsprachige Band (neben Tocotronic) mein Wohlwollen findet.

Abgesehen davon war 2017 das Jahr der meist recht gelungenen und unpeinlichen Comebacks – wer hätte es noch vor einiger Zeit für möglich gehalten, dass es mal neue Veröffentlichungen von Slowdive, The Jesus & Mary Chain und Ride geben würde? Auch andere „alte Recken“ wie Blondie, Étienne Daho oder Morrissey (wobei er sich durch seine Aussagen so langsam ins Abseits manövriert) haben teilweise erfreulich gute Musik vorgelegt, die mich dafür entschädigte, dass Indochine – eine meiner Allzeit-Lieblingsbands – mit einem eher mäßig spannenden, sehr lang(atmig)en Album um die Ecke kamen, mit dem sie sogar knapp meine Top 50 verfehlt haben.

Genug der Vorrede, hier sind sie nun, meine favorisierten Alben 2017:



1. Lana Del Rey – Lust for Life

Als Ende 2016 bekannt wurde, dass es ein neues Lana-Album geben würde, war zu vermuten, dass dieses bei mir weit oben landet. Aber es ist schon fast etwas unheimlich, dass die Wahl-Kalifornierin es auch mit ihrem inzwischen 6. Longplayer schafft, ihr hohes Niveau scheinbar mühelos zu halten – und teilweise sogar noch einen drauf zu setzen, sowohl musikalisch wie auch stimmlich und textlich. Auf ihrem bislang längsten Werk (72 Minuten bei 16 Songs) – zum ersten Mal mit Gastauftritten, u.a. von A$AP Rocky und Stevie Nicks, und stilistisch so abwechslungsreich wie seit ihrem Debüt «Lizzy Grant aka...» nicht mehr – lässt Lana etwas mehr Licht in ihr Dunkel (bleibt aber meist schön melancholisch); etwas, das dem Gesamtwerk definitiv gut tut (auch wenn ich natürlich die düstere Lana bevorzuge). Wenn ich mal niedergeschlagen und missmutig bin – nachdem ich dieses Album gehört habe, fühle ich mich leicht und glücklich. Mehr kann man von Musik nicht erwarten. (» zu meiner ausführlichen Albumrezension)
Favoriten: «13 Beaches», «Cherry», «White Mustang», «Heroin», «Change», «God Bless America …», «Love»



2. Belgrad – Belgrad

Tja, wer hätte das gedacht, dass eine neue Band aus Deutschland es so weit nach oben bei mir schaffen würde? Die Bandmitglieder sind zwar schon seit längerem musikalisch aktiv, aber in dieser Konstellation zum ersten Mal. Das Album ist in zwei Hälfte geteilt – eine erste, sehr düstere, beklemmende, und eine zweite mit weniger bedrohlicher Grundstimmung. Die erste Hälfte ist eigentlich die, die ich lange Zeit am liebsten hörte, aber nach einer Weile habe ich auch die anderen Songs zu schätzen gelernt. Tolle Musik, irgendwo zwischen PostPunk, Hamburger Schule und Indiegitarren.
Favoriten: «Eisengesicht», «Fratze», «Fremde»



3. Moon Duo – Occult Architecture Vol. 1

Kaum eine Band war 2017 wohl so hyperaktiv wie das US-amerikanische Duo – zwei Alben und eine EP brachten sie in kurzer Abfolge heraus. Gleich das erste davon war ein Knaller und bereichert ihre traditionell psychedelisch-bratig-krautrockige Musik mit einigen sogar poppigen Melodien. Eine meiner meistgehörten Scheiben in diesem Jahr, und auch wenn Abwechslungsreichtum nicht zu den Stärken (und Absichten) des Moon Duos zählt, so wird es doch keine Minute langweilig. In der Monotonie liegt die Kraft!
Favoriten: «Creepin’», «Cross-town Fade»



 4. The Luxembourg Signal – Blue Field

Eigentlich sind die Bandmitglieder dieser „Supergroup“ (u.a. von Aberdeen und den Trembling Blue Stars) eher Experten aus der Kategorie Indie- und TweePop, doch auf ihrem zweiten Album zeigen sie eine fast schon düstere, Wave-artige Seite, die ihnen sehr gut zu Gesicht steht. 10 Songs, kein schlechter Track dabei, das verdient einen Platz in meinen Top 5.
Favoriten: «There's Nothing More Beautiful Than A Well-Made Machine», «Are you numb?», «Shipwreck»



5. Love Shop – Risiko

Endlich mal wieder eine dänische Band auf den vorderen Rängen in meiner Jahresbestenliste. Love Shop gibt es bereits seit den 90ern, aber erst jetzt laufen sie zu ganzer Stärke auf – «Risiko» ist ein Album mit wunderbaren Gitarrenpopstücken, die alle deutlich in Richtung Wave und 80er schielen, ohne aber wirklich als Retro-Musik gelten zu müssen. Dass alles in dänischer Sprache gesungen wird, macht es für deutsche Ohren sicherlich etwas gewöhnungsbedürftig, tut aber der Qualität der Songs natürlich keinen Abbruch.
Favoriten: «De Forelskedes Smag I Din Mund», «Verdensmestre», «Kom Aftenernes Vind»



6. Blondie – Pollinator

Das dürfte für mich die wohl größte Überraschung 2017 sein – a) ein neues Blondie-Album und b) das Album ist total gut! Blondie begleiten mich bereits seit meiner Kindheit, und ihr Output fand mal mehr, mal weniger meinen Gefallen. Das jetzige Album – darf man es als „Alterswerk“ bezeichnen? – ist Dank diverser Zusammenarbeiten, u.a. mit Johnny Marr, eine rundum unterhaltsame, flotte Scheibe geworden. Kein sonderlicher Tiefgang und es wird auch nichts neu erfunden, aber die Band hat hörbar ihren Spaß – und dieser Funke springt auch auf den Hörer über.
Favoriten: «My Monster», «Already Naked», «Fragments»



7. Cigarettes After Sex – Cigarettes After Sex

Schön. Das dürfte das erste sein, was einem zur Musik dieses aufstrebenden texanischen Quartetts in den Sinn kommt. Sanfte, melancholische DreamPop-Musik, mit der samtigen Stimme des Sängers Greg Gonzalez, die dahingleitet und einem den Abend versüßt oder auch die Zigarette danach ersetzt. So minimalistisch wie das Plattencover. Einziges Manko ihres Debütalbums: die Songs sind nahezu identisch aufgebaut, es gibt also kein Überraschungsmoment und keinen Spannungsbogen, so dass sich nach einer Weile doch so etwas wie Langeweile breit macht (aber Langeweile auf hohem Niveau, versteht sich :-).
Favoriten: «Apocalypse», «K»



8. Agent Blå – Agent Blå

Auch Schweden ist dieses Jahr mal wieder mit einem feinen Album vorne bei mir vertreten. Die Bandmitglieder sind noch superjung und spielen dementsprechend unbekümmert drauflos. Wave-haltiger Schrammelpop, der etwas an die Labelkollegen von Makthaverskan erinnert. Leider ist die Produktion der Musik extrem schwach, es klingt fast so, als hätte man alles mit einem Handy oder in der Garage aufgenommen, was mir den Spaß ein wenig eintrübt und eine noch bessere Platzierung verhindert.
Favoriten: «Rote Learning», «Frustrerad»



9. Manchester Orchestra – A Black Mile to the Surface

Deutlich düsterer und getragener, teils auch pathetischer und leidender geht es bei dieser amerikanischen Band zu. Ich kann dieses Album nicht immer hören, dazu ist es zu stimmungsbeeinflussend, aber wenn, dann sehr gerne. (Danke nochmals an Nicorola für das Aufmerksammachen auf diese Jungs.)
Favoriten: «The Alien», «The Mistake»



10. Slowdive – Slowdive

Kaum zu glauben, dass die britischen Godfathers of Shoegaze im Jahr 2017 plötzlich noch mal so richtig durchzustarten beginnen. Positive Rezensionen allenthalben, sogar im Shoegaze-Entwicklungsland Deutschland, ausverkaufte Konzerte, Top 20 in den UK-Charts – 30 Jahre nach Bandgründung erleben sie einen zweiten Frühling, was mich als ausgewiesenen Fan natürlich sehr freut. Das Comeback-Album ist eindeutig gelungen, landet aber dennoch „nur“ auf Platz 10, weil mir die waberigen Shoegazeelemente und vor allem die Dunkelheit früherer Werke hier persönlich etwas zu kurz kommen.
Favoriten: «No Longer Making Time», «Star Roving»



11. Anna Ternheim – All the Way to Rio

Und gleich das nächste gelungene schwedische Album – Anna Ternheim veröffentlicht ja bereits seit diversen Jahren ihre ruhige, melancholische Musik, zeigt auf ihrem aktuellen Werk eine größere stilistische Bandbreite als gewohnt und kommt damit ihrem Livesound näher.
Favoriten: «Keep me in the Dark», «Holding On»



12. No Middle Name – Fondness

Ich glaube, ich hatte Euch dieses Ein-Mann-Projekt aus den USA noch gar nicht im Blog vorgestellt – dafür aber jetzt kurz vor Jahresschluss endlich. Ein wirklich abwechslungsreiches Werk, das von Bedroompop, Shoegaze, Janglepop so einiges zu bieten hat. (Danke an without my echo für den Tipp, übrigens.)
» Bandcamp-Seite
Favoriten: «Fading Photo», «Fondness»



13. Widowspeak – Expect the Best

Der Mazzy Star-Gedächtnispreis geht 2017 eindeutig an diese US-amerikanische Band. :-) Auf ihrer aktuellen Scheibe treffen sie die wüstenartige Melancholie, die ich auch an MS so sehr schätze, wirklich gut.
Favoriten: «When I Tried», «Dog»



14. Étienne Daho – Blitz

Zu den größeren Überraschungen des Jahres zählte für mich auch das neue Werk des französischen Sängers mit der sanften Stimme. Denn diesmal frönt er überraschenderweise psychedelischen Klängen und wabernden Gitarren – etwas, das gut zu ihm passt.
Favoriten: «Les cordages de la nuit», «Les baisiers rouges»



15. Black Swan Lane – Under My Fallen Sky

Auch das neue Album dieser rund um Mitglieder der Chameleons und The Messengers enstandenen Band besticht wieder mit schönen Wave-Sounds und prima Melodien. Nichts bahnbrechend Neues, aber ich mag solche Gitarrenklänge einfach.
Favoriten: «Stop to Smile», «Trust»



16. Position Parallèle – En Garde à Vue

Apropos „nichts Neues“ und „ich mag solche Klänge einfach“ – das gilt auch für dieses französische Synthiepop-Projekt, das wie aus den 80ern in die Jetztzeit gebeamt klingt. Mag ich einfach. :-)
Favoriten: «Par la Fenêtre», «Mon Juge Allassin»



17. The Raveonettes – 2016 Atomized

Sicher kann man jetzt vortrefflich darüber streiten, ob diese Veröffentlichung als „richtiges Album“ zählt, denn es enthält die 12 Songs, die die Raveonettes bereits im Jahr 2016 jeden Monat rausgebracht haben. Egal, es ist jedenfalls eine kunterbunte Sammlung an Liedern aus verschiedensten Stilrichtungen, abwechslungsreich und mit einigen Perlen.
Favoriten: «This World Is Empty Without You», «Scout»



18. Daughter – Music From Before the Storm

Dieses Album hat die britische DreamPop-Band als Soundtrack zu einem Computerspiel geschrieben, aber man kann es auch ohne zu daddeln prima hören. Perfekte Herbst-/Wintermusik.
Favoriten: «A Hole in the Earth», «Burn It Down»



 19. The New Pornographers – Whiteout Conditions

Nach all den melancholischen Klängen wird es mal wieder Zeit für nach vorne gehenden Gitarrenpop, den die kanadische Band auf ihrem neuen Album zuhauf liefert. Macht Spaß!
Favoriten: «Whiteout Conditions», «Avalanche Alley»



20. Tusks – Dissolve

Den Abschluss meiner Top 20 bildet diese britische Sängerin, die auf ihrem Debütalbum stimmungsvolle und atmosphärische Musik bietet, die durchaus zu Daughter passen würde.
Favoriten: «Toronto», «Last»

Und hier noch die weiteren guten Alben des Jahres 2017:

21. The Clientele – Music for the Age of Miracles
22. Fishbach – A ta merci
23. Liam Gallagher – As you were
24. Mark Lanegan – Gargoyle
25. Binoculers – Sun Sounds
26. Charlotte Gainsbourg – Rest
27. The Jesus & Mary Chain – Damage and Joy
28. Piano Magic – Closure
29. Ride – Weather Diaries
30. FOTOS – Kids

3:36 Poppy – Poppy.Computer

31. Airiel – Molten Young Lovers
32. The National – Sleep Well Beast
33. Soon, She Said – The first Casualty of Love is Innocence
34. Diagrams – Dorothy
35. It’s For Us – Come With Me
36. Lola Marsh – Remember Roses
37. Leslie Clio – Purple
38. Robin Foster – Empyrean
39. Delay Trees – Let Go
40. Klimt 1918 – Sentimentale Jugend

41. Morrissey – Low in High-School
42. Louise Burns – Young Mopes
43. Destroyer – ken
44. The Horrors – V
45. Flunk – Chemistry and Math
46. Lorde – Melodrama
47. Fountaineer – Greater City, Greater Love
48. Makthaverskan – III
49. Noel Gallagher’s High Flying Birds – Who built the moon?
50. Hazel English – Just give in / Never going home


Und auch bei den Alben lohnt sich ein Blick über den Blog-Tellerrand, auf die Listen geschmackssicherer Blogger wie Don't be real, be postmodern, Lie in the Sound und Nicorola.

Der große Coast Is Clear-Jahresrückblick 2017 – Teil 1: Die Songs


Ach, huch, 2017 ist ja auch schon fast wieder vorbei. Das ging jetzt aber schnell. Da ist es dann wohl so langsam an der Zeit für meinen traditionellen musikalischen Jahresrückblick, deucht mir.

Insgesamt gesehen war es für mich ein besseres Musikjahr als die davor, was (natürlich) zu einem Gutteil auch am neuen Lana Del Rey-Album und all den es begleitenden Trailern, Videos, Interviews etc. lag. Aber auch sonst gab es doch einige erfreuliche Neuerscheinungen und auch Newcomer zu vermelden, von denen in meinen Song- und Album-Charts noch die Rede sein wird. Natürlich gab es auch einige Enttäuschungen, wie jedes Jahr – hier wären für mich vor allem Belle & Sebastian (deren Zeit ist wohl endgültig vorbei, dabei fand ich die früher soooo großartig) und Monster Movie zu nennen. Generell fand ich die erste Jahreshälfte, also bis Ende Juli, merklich besser als die zweite, und gegen Ende des Jahres tat sich musikalisch gar nicht mal so viel mehr.

Was sich an meinen Musikhörgewohnheiten 2017 grundsätzlich geändert hat – die Abkehr vom MP3 ist eingeläutet worden. Statt des komprimierten Formats, dem ich jahrelang primär aus Platzspargründen frönte, habe ich mich in diesem Jahr dem Lossless-Format zugewendet und bin damit also wieder bei der CD-Qualität der Prä-MP3-Jahre angelangt. Der neueste Trend sind hier übrigens HQ- bzw. Masterband-Qualität-Aufnahmen – das sind dann digitale Formate, die z.T. die 6-fache Auflösung einer CD haben (und auch die entsprechende Datenmenge bedeuten – da hat ein Album dann mal locker 3 GB!). Ehrlich gesagt kann ich den Qualitätssprung auf bis zu > 9.000 kbps mit meinen Ohren und meiner Anlage nicht mehr feststellen ;-), aber den Unterschied von MP3 zu Lossless merke ich schon.

Gehen wir nun aber endlich in medias res und schauen wir auf das zurück, was mich 2017 musikalisch am meisten bewegte. Die Liste der meistgehörten Künstler und Songs erspare ich Euch diesmal, die könnt Ihr wie üblich bei last.fm nachlesen (HIER und HIER).

Beginnen will ich mit meinen Lieblingsliedern des Jahres – die Diskrepanz zwischen Song- und Albumcharts war ziemlich groß, vor allem stilistisch, denn bei den meistgehörten und bevorzugten Songs spielen poppigere Klänge eine größere Rolle, während bei den Alben melancholische Indiegitarrensounds den Ton angeben.

01. Lana Del Rey – 13 Beaches / White Mustang / Change / Love



02. Tessa Violet – Haze 



03. Slowdive – No Longer Making Time



04. Alexandra Savior – Mystery girl 



05. The Birthday Massacre – Endless



06. Ruelle – Daydream



07. Cigarettes After Sex – Apocalypse
 



08. Marina & The Diamonds – I'm Not Hungry Anymore (Demo, 2015)



09. Blondie – My Monster



10. Love Shop – De Forelskedes Smag I Din Mund



11. Las Aves – N.E.M. (ja, ist schon von 2016, lief bei mir aber in diesem Jahr sehr oft)



12. The Soulboy Collective – What Would Steven Patrick Do?



13. Twin Oaks – Eighteen Minutes
 



14. Position Parallèle – Par La Fenêtre



15. The New Pornographers – Whiteout Conditions
 



16. Juniore – Panique



17. Moody Beach – Vanilla



18. Moon Duo – Cross-Town Fade



19. Easy – Ask The Sky



20. Hey Violet – Brand New Moves




21. Daughter – A Hole in the Earth
22. The Raveonettes – This World Is Empty (Without You)
23. Orchestral Manoeuvres in the Dark – Lampe Licht
24. Oliver Gottwald – Lieblingsliebeslieder
25. Belgrad – Fratze
26. Roxiny – 9 MONTHS
27. The Luxembourg Signal – There's Nothing More Beautiful Than A Well-Made Machine
28. Lorde – The Louvre
29. Etienne Daho – Les cordages de la nuit
30. Louise Burns – Storms

31. Morrissey – Jacky's Only Happy When She's Up on the Stage
32. Alvvays – In Undertow
33. Saint Etienne – Heather
34. Burning Hearts – Work of Art
35. The Clientele – Everyone You Meet
36. Anna Ternheim – Holding On
37. Leslie Clio – Darkness is a Filler
38. The National – Day I Die
39. Agent blå – Rote Learning
40. Fountaineer – Still Life

41. SPC ECO – Waking Up Again
42. Samantha Urbani – Hints & Implications
43. Wendy Bevan – Love From The Moon
44. Tusks – Toronto
45. Fishbach – Eternité
46. Kettcar – Sommer '89 (Er schnitt Löcher in den Zaun)
47. Poppy – Interweb
48. Destroyer – In the Morning
49. The Church – Another Century
50. Garbage – No Horses
51. Manchester Orchestra – The Alien

52. Desperate Journalist – Hollow

Wie üblich habe ich Euch obige Liste auch in einer Spotifyplaylist zusammengestellt:



Und wer noch weitere Song-Charts lesen möchte, dem empfehle ich die Listen der Blogkollegen von Don't be real, be postmodern, Nicorola, Lie in the sound und Gutes Hören Ist Wichtig.