Beverly Kills, BRATS

Beverly Kills «New Berlin» – ja huch, ist es echt schon fast zwei Jahre her, dass ich das Quartett aus Göteborg hier im Blog vorgestellt habe? Nun ist es jedenfalls endlich soweit und das Debütalbum «Kaleido» ist erschienen. Die Band ist ein wenig vom etwas kratzigeren Sound abgerückt und hat sich noch etwas mehr in die melodische Richtung bewegt, was mir natürlich gefällt. Der Song «New Berlin» sticht mir dabei sofort ins Ohr – wunderbarer Soundtrack für den Herbst.

BRATS «Spiderweb» – und jetzt mute ich Euch und Euren Ohren mal etwas zu ;-). BRATS sind ein Duo (bisher Quartett) aus Japan, das bislang eher Grungerock spielte, nun daber mit ihrer neuen Single einen auf den ersten Blick arg verwirrenden und schrägen Song vorlegt, der gut ein James Bond-Titelsong sein könnte – wenn selbige progressiv und experimentell sein dürften (was ja nicht der Fall ist). Nach ein paar Durchläufen hat sich das Lied jedenfalls schon in meine Jahrescharts gespielt.

Sophie Jamison, White Lung

Sophie Jamison «Downpour» – so, heute will ich endlich mal wieder ganz vorne dabei sein, wenn frische Musik veröffentlicht wird. :-) Sophie Jamison ist eine Sängerin aus London, die heute ihre neue Single «Downpour» rausgebracht hat, inkl. Video. Die Musik ist ganz wunderbar düster und herbstlich und melancholisch, also so, wie ich es gerne mag. Der Song stammt vom Album «Choosing», das im Dezember auf Bella Union erscheinen wird.

White Lung «Date Night» – in eine ganz andere Kerbe schlägt der neue Track der britischen Band White Lung, der flotten, kratzigen Indierock bietet. Das neue (und letzte) Album «Premonition» kommt am selben Tag wie das von Sophie Jamison, aber auf Domino Records raus.

The Holiday Crowd, The Hillbilly Moon Explosion

The Holiday Crowd «Sick Days» – Es ist mal wieder an der Zeit für klassischen Indie-Gitarren-Pop, der seit längerem bei Coast Is Clear etwas zu kurz kommt (sorry!). Heute aber will ich Euch die neue Single der Band aus Toronto vorstellen, die ganz wunderbar den Sound britischer 80er-Wave-/Twanggitarren wiederbelebt und dabei zuweilen etwas an skandinavische Acts erinnert (Cats on Fire etc.). Schöne Melodien, leicht bittersüß angehaucht – sehr schön!

The Hillbilly Moon Explosion «Call Me» – Ihr wisst ja, dass ich auch immer mal wieder ältere musikalische Fundstücke präsentiere, die mir erst frisch begegnet sind. So auch diesmal diese famose Coverversion des Blondie-Klassikers in einem feschen Rockabilly-Gewand. Die Band stammt aus der Schweiz und ist schon seit vielen Jahren (erfolgreich) aktiv.

KRATZEN, Muse

KRATZEN «zwei» (Album) – eines der erfreulichsten Alben dieses Jahres kommt für mich tatsächlich aus Köln. Das Trio KRATZEN hat sich krautig-motorik-esken Klängen verschrieben und nennt ihren Sound „Krautwave“, was sehr gut passt. Ich habe ja ohnehin ein Faible für die hypnotisch-monotonen Rhythmen dieser Musik und finde das gesamte Album «zwei», das am 23.9. erscheinen wird (Nachfolger des im Jahr 2020 erschienenen Debüts, das aber komplett an mir vorüber ging) sehr gelungen.

Muse «We Are Fucking Fucked» – yup, über Muse muss ich hier wohl nicht groß was schreiben. Ich fand die Band in ihren Anfängen total super, dann wurden sie mir oft zu bombastisch, aber der Schlusstrack auf ihrem neuen Album «Will Of The People» rockt mal so richtig los wie ehedem. Mehr muss man zum Jahr 2022 auch nicht sagen...

Röyksopp, Future Conditional

Röyksopp «Oh Lover (ft. Susanne Sundfør)» – ich denke, das norwegische Duo Röyksopp bedarf keiner großen einleitenden Worte mehr – seit vielen Jahren sind sie ein fester Bestandteil der Electronica-Szene, immer auf dem schmalen Grad zwischen Indie und Mainstream unterwegs, und oft mit tollen Songs. Die neue Single mit Gastsängerin Susanne Sundfør hat es mir besonders angetan – sie stammt vom neuen Album «Profound Mysteries II», dem zweiten Teil einer Trilogie.

Future Conditional «Demolitions (feat. Bobby Wratten, Beth Arzy)» – eine absolute Überraschung ist für mich, dass nach 15 Jahren oder so etwas Neues von Future Conditional erschienen ist. Es ist die Band von Glen Johnson und Cédric Pin von Piano Magic, diesmal (wieder) mit Gastsänger Bobby Wratten von den Field Mice und Trembling Blue Stars und Beth Arzy von The Luxembourg Signal. Minimalistischer Electropop der Extraklasse. Das neue Album «Isotech» erscheint auch demnächst, yeah!

Gwenno, Sam Valdez

Gwenno «N.Y.C.A.W.» – es ist schon ziemlich lange her, dass ich Euch mal Musik der walisischen Sönegrin Gwenno vorgestellt habe – nun ist es endlich wieder soweit. Wer schon etwas länger dabei ist, wird noch die britische Band The Pipettes kennen, bei denen Gwenno früher aktiv war. Seit diversen Jahren spielt sie aber solo und singt dabei auf Walisisch, was für unsere Ohren vielleicht im ersten Moment etwas sonnerbar klingen mag, Aber auch ohne Textverständnis sind die Songs echt cool – diese Single bspw. hat deutliche Krautrock-Anleihen und stammt vom aktuellen Album «Tresor».

Sam Valdez «Unwind» – noch nicht so lange im Musikbusiness unterwegs ist diese Sängerin aus Los Angeles, deren frisch erschienene Single sehr schön zwischen psychedelischem Dreampop und Melancholie pendelt.

RAISE A SUILEN, FLOWER FLOWER

RAISE A SUILEN «HELL! or HELL? (live)» – okay, wer meinen Blog besucht, in der Hoffnung, die neuesten Indieacts präsentiert zu bekommen, kann sich das Weiterlesen heute mal sparen. ;-) Denn nicht nur, dass die Songs mehrere Jahre alt sind, nein, es ist auch keine Indiemusik und dazu noch aus Japan. Den Anfang macht mein Lieblingssong des Jahres, auch wenn er schon aus dem Dezember 2020 stammt. Für mich eins der besten Lieder der letzten zig Jahre. Die Band nennt sich RAISE A SUILEN, ist für ein Anime und ein Computerspiel gegründet worden (wobei einige der jungen Damen bereits vorher in einer Band waren, die als Vorbild für besagtes Anime diente), wobei die Anime-Stimmen von den Bandmitgliedern gesprochen werden, was für westliche Musikhörer befremdlich klingen mag. Dennoch ist die Musik sehr cool, sehr abwechslungsreich, sehr überraschend und in ihrem Eklektizismus sehr japanisch. Der Liveauftritt ist hochenergetisch, die Spielfreude der Mädels ansteckend, und zum Intro kann man nur sagen: wenn Mogwai das noch erlebt hätten... :-)

FLOWER FLOWER «マネキン (Mannequin)» – für westliche Ohren sicher deutlich einfacher einzuordnen ist dieser Song, der eher in Richtung Indierock geht und eine sehr schöne Dynamik und Melodie hat. Leider schon 4 Jahre alt, also quasi ein Oldie, aber trotzdem wert, hier vorgestellt zu werden.

Christin Nichols, Pale Blue Eyes

Christin Nichols «Citalopram» – die in der Nähe von Bielefeld geborene Schauspielerin und Sängerin hatte ich Euch ja hier schon mal vorgestellt – ihr Debütalbum ist nach wie vor eine der Top-Scheiben 2022 für mich. Nun gibt es eine neue Single, die sich um das Anti-Depressivum/Schlafmittel Citalopram dreht und wieder sehr gelungen ist. Mit Atmosphäre, guter Melodie und der richtigen Portion Melancholie gibt es einen eher zum Herbst passenden Song.

Pale Blue Eyes «Little Gem» – die letzten Songs der britischen Band hatte ich Euch ja auch schon empfohlen. Hier nun ein neuer Track aus dem am 2. September erscheinenden Album «Souvenirs». Wieder sehr schöner Indie-Gitarrenpop.