Coast Is Clear feiert 10jähriges Bestehen!

Samstag, September 12, 2015 Parklife 1 Kommentare



Huch, das ging jetzt aber flott. Vor einer ganzen Weile – am 12. September 2005, um genau zu sein – rief ich diesen kleinen Musikblog ins Leben und fütterte ihn anfangs vor allem mit skandinavischer Musik. Alsbald danach feierte ich dann 5-jähriges. Und nun sind weitere 5 Jahre wie im Fluge vergangen. Und CIC ist nach 10 Jahren nach wie vor im Netz, alive & kicking, wie man so schön sagt, trotz der Konkurrenz durch Facebook & Co. (In den sozialen Netzwerken finden ja viele Musiktipps inzwischen statt, wobei ich Fb nicht sonderlich mag, da dort alles so flüchtig ist und spätestens 2 Tagen darauf schon wieder durch andere Meldungen verdrängt wurde.)

In meinem damaligen 5-Jahre-Jubiläums-Posting bin ich schon auf die Anfänge des Blogs eingegangen, auf die Entwicklung in der Musikszene von 2005 bis 2010, auf meine Motivation, weiterzuschreiben etc. pp. – ist auch heute noch interessant zu lesen :-) All dies will ich hier also nicht noch einmal wiederholen. Was sich seit 2010 generell getan hat – es gibt Websites wie Bandcamp oder Soundcloud, die es vor allem kleinen Bands stark vereinfachen, ihre Musik unter die Leute zu bringen, ohne auf die „Großen“ wie Apples iTunes oder Amazon zurückgreifen zu müssen.

Der wichtigste Trend, befeuert durch die technische Entwicklung und die Verbreitung von Smartphones, ist natürlich die explosionsartige Ausbreitung der Streamingdienste wie Spotify, Deezer, WiMP usw. usf. Durch die doch eher jämmerlichen Vergütungen, die hier für die Künstler abfallen, ist es nochmal schwieriger geworden, von der Musik leben zu können … aber für den Musikkonsumenten sind Streamingdienste auch eine ungeheure Erleichterung und Vereinfachung: man hat auf einen Schlag Zugriff auf Millionen von Titeln, und wenn man mal eben irgendwo reinhören will, Songs für eine Party braucht oder den Backkatalog einer Band abarbeiten möchte, kann man dies bequem mit ein paar Klicks tun. Inwieweit dies zukünftig die Musikszene, vor allem das Musikmachen beeinflussen wird, muss sich noch zeigen.

Meine Motivation, Coast Is Clear weiterzuführen, hatte bekanntlich bereits 2010 ernsthafte Risse bekommen, und dies hat sich seitdem nicht geändert, eher noch verschlimmert. Aber nachdem der Blog nun schon so lange läuft, mag ich ihn natürlich auch nicht mehr missen - es ist zu einer liebgewonnenen Gewohnheit geworden, neue Bands hier vorzustellen und hochzujubeln. Aber da gleichzeitig meine Lust, viel zu den einzelnen Bands zu schreiben, nachgelassen hat, gibt es halt vermehrt nur noch ein paar dürre Zeilen + Video oder Stream. Damit ist der Blog aufs Wesentliche reduziert – die Musik. :-) Auf jeden Fall möchte ich mich auf diesem Wege auch einmal bei allen Lesern bedanken, die mir die Zeit die Treue gehalten haben, und natürlich auch bei allen Künstlern für den steten Strom an toller Musik.

Und da ich bereits in meinem 5-Jahres-Rückblick so schön die vergangenen Jahre musikalisch Revue passieren ließ, will ich diesmal kurz & knackig die Highlights der Jahre 2014–2010 in Erinnerung rufen:

2010: Das Debütalbum der französischen Band Contre Jour belegte Platz 1 meiner Jahrescharts, genauso wie die Alben von Curve-Sängerin Toni Halliday (als Chatelaine) oder von Tears Run Rings, Trembling Blue Stars, Husky Rescue und den finnischen Delay Trees mein Ohr erfreuten. Bei den Songs konnte Amy MacDonald punkten, aber auch Mylène Farmer schaffte es erstmalig seit einer halben Ewigkeit mal wieder in die Spitzenregionen bei mir. Überhaupt, französische bzw. französischsprachige Musik – Les Incendiaires, Mélanie Pain, Team Ghost, Cœur de Pirate...

2011: Im Laufe dieses Jahres kamen mir eine Reihe von Songs einer US-amerikanischen Sängerin namens Lana Del Rey zu Ohren, von der ich erstmals im Mai 2010 gehört hatte, die ich aber zu dem Zeitpunkt noch nicht sooo interessant fand. Mit «Video games», «Blue jeans» und «Kinda outta luck» deutete sich aber 2011 an, dass hier etwas ganz Großes zu entstehen begann. Dass Lana die folgenden Jahre bei mir SO dominieren sollte, hätte ich aber natürlich nicht für möglich gehalten. Die Blog-Highlights des Jahres waren vor allem Mint Julep (Nr. 1 bei den Alben), Under Electric Light, Kindest Lines, Ladytron und 93 Million Miles From the Sun. Auch die California Wives, Balloon Magic, Burning Hearts oder The Soulboy Collective waren unter meinen Blog-Favoriten.




2012: Dies war dann endgültig das Lana-Jahr bei mir – zwei Alben auf den ersten Plätzen, «Ride» bester Song (aller Zeiten!), meistgehört, bestes Video, LDR in meinen Alltime-last.fm-Charts bis Ende 2012 innerhalb weniger Monate auf Platz 2 hochgeschossen. Seit Mylène Farmer Anfang der 90er hat kein Künstler so bei mir abgeräumt. Im selben Jahr begann ganz zaghaft auch der kometenhafte Aufstieg von Marina & the Diamonds in meiner Gunst, deren Debütalbum ich 2010 (zu Unrecht) noch ignoriert hatte. Aber naürlich gab es noch weitere Highlights, darunter vor allem The Shutes, Blouse, School of Seven Bells, Drakes Hotel und die Burning Hearts (deren Vorabsingle «Into the wilderness» mich 2011 schon so begeisterte). Sehr erfreulich war, dass einer meiner Langzeit-Favoriten, nämlich die britische Schrammelpopband The Primitives, ein neues Album (wenn auch nur mit Coverversionen) herausbrachte.

2013: Es hatte sich im Jahr davor angedeutet, und 2013 ging es dann endgültig ab durch die Decke für Marina & the Diamonds (2015 hat sie schon bis auf Platz 6 in meinen last.fm-Charts vorgearbeitet). Absolute Begeisterung lösten auch die ersten 4 Singles der schwedischen Sängerin Nicole Sabouné aus (das Album, das dann 2014 erschien, war leider mau). Die französischen Shoegazer von Venera 4 gehörten ebenfalls zu den Neuentdeckungen, genauso wie die Briten von F.U.R.S, deren Debütsingle «Just kids» auch gleich mein Song des Jahres war. Chvrches gelangten auf meinen Musikradar, und Alben von u.a. Tocotronic, Indochine, Chelsea Wolfe, Baden Baden und Girls Names ließen mich jubeln.

2014: Slowdive live in London gesehen zu haben war sicherlich mein persönliches Highlight des Jahres. Dazu noch das Lana Del Rey-Album «Ultraviolence», das wie erwartet Platz 1 meiner Charts belegte. Außerdem gab es wie jedes Jahr natürlich einige feine Bandentdeckungen, wie beispielsweise Desperate Journalist, Trümmer oder Haley Bonar (die schon seit Jahren aktiv ist, mir aber bis dato völlig unbekannt war), und weitere tolle Alben von My Sad Captains, Andreas Dorau und den Dum Dum Girls.

Und was die nächsten 5 Jahre so alles bringen werden - erzähle ich Euch in 5 Jahren, selbe Welle, selbe Stelle.

1 Kommentare:

SomeVapourTrails hat gesagt…

Werter Kollege, alles Gute zum 10. Geburtstag. Ich freue mich schon auf den 20. Geburtstag von Coast Is Clear. Dann sind auch Facebook und Spotify wieder Geschichte. Und Blogs werden als unglaublich retro wiederentdeckt. Erhalte dir deinen feinen Musikgeschmack!