„Objektivität“ und „Meinungsfreiheit“ in den Medien

Sonntag, Juli 17, 2011 Parklife 1 Kommentare

Ich will Euch heute einen Beitrag empfehlen, den ich neulich auch schon in meinem Konsumpf-Blog präsentierte – und zwar ein Interview, das InfoRadio rbb mit dem ehemaligen Spiegel.TV-Journalisten und jetzigem Mitarbeiter des Tagesspiegel Harald Schumann anlässlich des Journalistenpreises „Langer Atem“ geführt hat. Schumann plaudert darin ein wenig aus dem Nähkästchen und fällt kein sonderlich positives Urteil über den Spiegel bzw. generell die Mainstreammedien…



Dazu passt auch diese Meldung aus dem taz-Blog, die zeigt, wie das Management der Fußballer-Nationalspielerin Lira Bajramaj Aussagen zu zensieren versucht, um sie möglichst stromlinienförmig darzustellen – „Die veränderten Interview-Zitate“.

1 Kommentare:

SomeVapourTrails hat gesagt…

Dass Medien immer eine Agenda verfolgen und die Journalisten der Blattlinie folgen müssen, würde ich als nicht völlig tadelnswerte Selbstverständlichkeit ansehen. Doch auch die selbsternannten Speerspitzen journalistischer Tugenden sind kaum besser als Spiegel oder Welt. Über die Zeit rege ich mich in letzter Zeit immer öfter auf. Und was die von dir zitierte taz angeht: Natürlich ist das nachträgliche Umschreiben eines Interviews durch das Management nicht die feine Art, aber zugleich eigentlich auch eine Herausforderung der journalistischen Grundtugend. Somit sogar zusätzlicher Ehrgeiz), dies nicht einfach hinzunehmen. Sehe also keinen Grund, der taz nun dafür plötzlich großen Tribut zu zollen. Eher schon sollte sich die taz die Frage erlauben, ob sie ihren Schreibern nicht zuviel Freiheiten einräumt, wenn eine überaus derbe, gänzlich unwitzige Satire zum Ausscheiden der deutschen Frauen-Nationalmannschaft mit "Schämt euch, ihr Schlampen" tituliert wird.

Um die Kurve zur Musik zu kratzen: Musikjournalisten sind ohnehin nicht besonders vertrauenserweckend, aber in der Hinsicht aus dem Schneider, dass es eine absolute Objektivität in der Kunst eben nicht geben kann. Welche Meinungen in den Fachgazetten erlaubt sind? Alle die, welche die Auflage steigern und die Anzeigenkunden nicht verprellen. Wieviel Qualität verbreitet wird? Zu wenig.