Der Indie-Pop-/Shoegaze-/Wave-/Tweepop-/ Electropop- und MP3-Blog - jeden Tag legale kostenlose Downloads neuer und guter Indie-Musik, vor allem aus Skandinavien, Nordamerika & England. Plus ein paar kritische Begleittöne zum Leben allgemein. Achtung: Viele Songs stehen nur für begrenzte Zeit im Netz!
Montag, Januar 31, 2011
oOoOO - Burnout Eyess
„Oh oh, hier kommt was von oOoOO“ – wäre ich auf den billigen Wortwitz aus, hätte ich meinen heutigen Beitrag vielleicht so begonnen. Zum Glück wollte ich nicht so tief sinken und vermelde statt dessen einfach die Fakten. Hinter dem sonderbaren Kürzel oOoOO verbirgt sich ein Duo aus San Francisco, das sehr verhuschten, verträumten Pop zelebriert, der sanft vor sich hin wabert und den Hörer mitnimmt auf eine Reise ins Land der entrückten Klänge. Oder so. Jedenfalls hat die Band Ende letzten Jahres ihre Debüt-EP herausgebracht und wird in der Dreampop/Electroszene durchaus mit Interesse beäugt.
Das große Indiepopgitarrenevent in Hamburg: Honeyheads und The Garlands live!
Na, das gibt ja was am Samstag, den 5. Februar – denn da werden in der Prinzenbar in Hamburg die famosen Schweden von The Garlands ihren C86-infizierten Gitarrenpop zum Besten geben und die Hütte zum Kochen bringen. Zuvor spielen schon mal die Hamburger Lokalmatadoren von den Honeyheads und anschließend darf hemmungslos weitergetanzt werden – denn dann geht endlich wieder eine Hit The North-Party über die Bühne. Also alle Freunde von C86, Twee, Indiepop, Skandinavienpop sollten sich diesen Tag dick in ihrem Kalender anstreichen.
Na, der gute Robert vom NWShoegazing-Blog ist ja wirklich hochaktiv in diesen Tagen – nur kurz nach seiner letzten kostenlosen Download-Compilation mit aufstrebenden Shoegazebands gibt es nun eine Download-EP «Vibrato 11-02» mit insgesamt vier Bands, die allesamt ordentlich nach vorne losspielen. Dabei sind diesmal Screen Vinyl Image, Stellarium, Lux und Dead Sea Colour (die letzten beiden sind noch absolute Geheimtipps). Also, schaut mal vorbei und ladet Euch den Sampler einfach mal herunter (bis zum 17. Februar steht sie noch online).
Dieses neue Lied der amerikanischen Band Brown Recluse ist einfach gar zu nett, wunderbar flockiger Tweepop – es gibt leider keinen Download des Songs, aber zumindest kann man ihn sich via Soundcloud anhören. Ich zitiere einfach mal schamlos den dortigen Eintrag von Slumberland Records, die das Brown Recluse-Debütalbum am 15. März veröffentlichen:
Pastoral, psychedelic sunshine pop from this great Philadelphia combo. The first single from their superb debut album "Evening Tapestry."
Das ist ja mal wieder eine feine Empfehlung des Absolute Noise-Blogs – der Schwede Patrik Backlund mit seiner sehr fetzigeren, dynamischen Indiemusik, die nicht nur mich an Broder Daniel erinnert. Ich finde es ja immer wieder erstaunlich, wieviel bemerkenswerte schwedische Musik es so gibt... Backlund ist jedenfalls wohl auch in Schweden noch ein absoluter Geheimtipp, aber mit dieser Musik sollte er eigentlich ein wenig mehr Aufmerksamkeit erlangen können.
Keine Ahnung, wieso ich eine Band wie Fujiya & Miyagi, deren leicht angekrauteter Elektro-Sound durchaus in mein Beuteschema passt, bislang in meinem Blog so sträflich vernachlässigt habe. Nun jedenfalls liegt ihr neues (und mittlerweile schon viertes) Album «Ventriloquizzing» vor, und diesmal fühle ich mich endlich motiviert, Euch dieses britische Quartett ans Herz zu legen. Zumal man sich den Track «Yoyo» ganz ohne Risiken und Nebenwirkungen kostenlos und legal aus dem Netz ziehen kann.
Ja, fürwahr, heute nochmal was mit „White“ innen drinne. Wenn mir eine Band begegnet, die mit den Field Mice, The Radio Dept. oder Galaxie 500 verglichen wird, werde ich natürlich sofort hellhörig. Noch dazu, wo sie eine kostenlose Download-EP auf Shelflife, einem der Hüter des guten Indiepopgeschmacks, veröffentlicht hat. Die Rede ist von White Wishes, und anders als White Russia gestern stammt dieses Projekt tatsächlich aus Russland – Nikita Pavlov kommt nämlich aus der Nähe von Sankt Petersburg, lebt in Berlin und hat sich bei den Aufnahmen zu «Today» vom Australier Andrew Knox und von Maxim Polivanov (Motorama) unterstützen lassen. Herausgekommen sind vier wunderbare Gitarrenpopperlen, die sich allesamt sehr gut im Katalog atmosphärischer Schwedenbands (wie den erwähnten Radio Dept.) machen würden. Und wie gesagt – alles gratis!
Weißrussland ist bisher in meiner globalen musikalischen Blogaktivität sträflich vernachlässigt worden. Dabei soll es dort, wenn man dieser Liste Glauben schenkt, z.B. viele Post-Rock-Bands geben. Das Duo White Russia stammt allerdings leider nicht von dort, sondern aus London. Ihre Musik ist teils sehr ätherisch, Trip-Hop-beeinflusst, aber auch durchaus schräg und nicht immer ganz unanstrengend – aber interessant, wie ihr Video zur Single «Charmless state» zeigt.
2010 war ja für mich irgendwie auch das Jahr der französisch(sprachigen) Musik. Dieser schönen Tradition will ich mich auch 2011 weiter hingeben, und so freue ich mich, dass ich Euch mit La Femme das erste richtige musikalische Highlight des neuen Jahres präsentieren kann. Die Pariser Band spielt eine sehr verführerische Mischung aus Surf, Coldwave und Pop, und erinnert ein bisschen an die frühen Indochine meets Vive La Fête. Vor allem «Sur la planche» ist ganz große Klasse und trifft irgendwie auch den Nerv des Zeitgeists (The Drums etc.). Die erste EP von La Femme gibt es immer noch als kostenlosen digitalen Download beim Netzlabel Beko DSL. Einige Songs werden nun aber noch einmal auf der «Le Podium #1»-EP herausgebracht.
Das schwedische Label Novoton kennt seine Pappenheimer – denn aus der Flut der Promomails stach seine zur neuen Single «Coming from you» der Band Paper sofort heraus, da es die Musik mit dem Begriff „Krautpunkexplosion“ anpries. Mein Interesse war geweckt, und zu meinem (und Eurem) Glück gab ich Paper eine Chance. Was mir aus den Boxen entgegenschallte war, ja, irgendwie sehr druckvolle Indiekrautmusik, also Indierock mit Motorik-Beat, treibend und pulsierend und richtig gut. Das neue Album mit dem vielversprechend krautigen Titel «Mischmasch» steht schon in den Startlöchern!
Na, das ist ja mal ein feines Musikwochenende für alle Hamburger – nicht nur, dass am Freitag die famosen Delay Trees im Vorprogramm von I Like Trains zu sehen sein werden, nein, am Samstag, dem 22. Januar, steigt dann das ganz große Shoegazegitarrengalorehappening: The Domino State, die AC30-Band, die letztes Jahr ihr Debütalbum «Uneasy lies the crown» veröffentlicht hat, wird um 21 Uhr im Silber aufspielen und sicherlich ordentlich hymnisches Gitarrenfeedback im Gepäck haben.
Die Band wird übrigens außerdem am 23.1. in Berlin, am 24.1. in Karlsruhe und am 25.1. in Stuttgart live zu erleben sein.
Manchmal habe ich ja Glück mit den Promomails, die mich jeden Tag dutzendfach erreichen – denn dann ist zwischen viel Schrott auch mal ein kleiner Rohdiamant. Wie das neue Video der Band Vessels, «Meatman, Piano Tuner, Prostitute», das einen Vorgeschmack auf das in diesem Jahr erscheinende Album «Helioscope» gibt. Auf der Website der Band kann man sich den Track, wie es heutzutage fast schon gang und gäbe ist, kostenlos herunterladen.
Winter ist eigentlich eine tolle Sache. Und ich bin schon lange dafür, dass dem Erfinder des Schnees der Nobelpreis oder doch zumindest eine Ehrendoktorwürde einer funky Metropole zugesprochen werden sollte, denn Schnee verhüllt nicht nur die hässlichen Autos und sonstige urbane Tristesse, sondern sorgt auch für eine angenehme Verlangsamung unserer auf millisekundengenaue Passung zurechtgefrästenJust-in-Time-Gesellschaft. Von daher rennen Pete and the Pirates mit ihrer neuen Single «Winter 1» und dem dazugehörigen schneesatten Video bei mir offene Türen ein. Die Jungs aus London spielen ausgesprochen famosen „BritPop“ (sofern man diesen Begriff noch verwenden darf) und verschenken den Song obendrein noch via Bandcamp!
Neue Musik von La Sera, Digits, Bright Eyes und Det Vackra Livet
Die Ein-Frau-Band La Sera mit ihrer schrägen Mischung aus Surfgaze und Garagensound hatte ich vor einer Weile ja schon mal in meinem Blog (HIER). Nun wird nachgelegt und mit «Devils hearts grow gold» die neue Single als kostenloser Download angeboten.
Etwas länger her ist meine letzte Erwähnung des Ein-Mann-Projekts Digits – vor vielen Monaten begeisterte mich seine sympathische Electronica-Musik (HIER), und darum freue ich mich, Euch heute mit «Lost dream» ein neues Lebenszeichen anbieten zu können.
Gleich zwei Musiker umfasst die brandneue schwedische Band Det Vackra Livet, nämlich die Brüder Philip und Henrik Ekström, ihres Zeichens bei The Mary Onettes aktiv. Abseits ihres Hauptprojekts widmen sie sich nun durchaus MO-kompatiblen dunkel-wave-esken Tönen und haben mit «Viljan» die erste, sehr gelungene und wie beim Labrador-Label üblich, auch umsonst herunterzuladende Single im Gepäck.
Ach ja, auch Conor Oberst und sein Bright Eyes hat ein was Neues am Start, nämlich den sehr hübschen, mit tatsächlich an die Shout Out Louds erinnernden Song «Shell games», den man sich gegen Hinterlassung seiner (funktionstüchtigen) E-Mailadresse auf der Homepage gratis auf den eigenen Rechner holen kann.
Dem einen oder anderen wird beim Durchbrowsen diverser Best of-Listen in diversen Blogs und Online-Magazinen vielleicht schon der Name Hundreds ins Auge gefallen sein. Dahinter verbirgt sich ein Hamburger Duo, die auf ihrem elektronisch geprägten Debütalbum sehr schön die Melancholie einfangen, die derzeit durchs Land wabert. Da es seit einer Weile mit «Solace» die dritte Single als kostenlosen Track gibt, will ich Euch diesen doch nicht vorenthalten, sondern vielmehr empfehlen. Das dazugehörige Video kann sich auch sehen lassen!
Über den Shoegazeralive-Blog wurde ich auf die tolle Band Blouse aus Portland aufmerksam gemacht, die mich sehr an eine 80er Band erinnert, auf dessen Name ich grad nicht komme. Irgendwas zwischen Lush und den Heart Throbs. Auf jeden Fall dürfen wir uns derzeit die ersten beiden Songs von Blouse kostenlos bei Bandcamp auf den heimischen Rechner ziehen, und beides sind wirklich tolle atmosphärische Indiepopstücke. Mit weiteren Informationen geizt die Band leider.
Zwei neue kostenlose Shoegaze-/Psychedelic-Compilations
Es gibt gleich zu Jahresbeginn mal wieder Erfreuliches von der Compilation-Front zu vermelden – der NWShoegazing-Blog, der bereits vor einer Weile einen kostenlosen Sampler mit aufstrebenden Shoegazebands präsentierte, legt nun gleich zu Jahresbeginn nach. Vibrato 11-01 ist draußen und noch bis Anfang Februar gratis herunterzuladen. Diesmal sind Bands wie Ports of Call, Morpheme (das neue Projekt von Curves Dean Garcia), Fleeting Joys und Skylight dabei. Da heißt es zugreifen!
Wem das noch nicht genug psychedelische Gitarren sein sollten, kann sich bei der Gelegenheit ja auch mal die bei Bandcamp wiederum für lau verfügbare neue Compilation «Jesus in Space» des Killedrocketrecords-Labels zu Gemüte führen. Morpheme finden wir dort auch wieder, übrigens. :-) Dazu noch 27 weitere, teils auch recht lärmige Bands.
Heute ist mal wieder Jugend forscht angesagt – die unheimlich jung aussehende neue britische Band Audio Conspiracy hat gerade ihre aktuelle Download-Single «Next life» herausgebracht, die irgendwo zwischen modernem Post-Punk und angesagten Indiegitarren herummändert und, so finde ich, richtig gut geworden ist. Mal schauen, ob den Jungs damit der Durchbruch gelingt – verdient wäre er. (Danke an Rodolfo für den Tipp.)
Zwischen all den Shoegazebands will ich heute mal dem fröhlichen Pop ein wenig Platz einräumen. Florrie ist eine junge Sängerin aus Bristol, die u.a. auch mal bei Girls Aloud gespielt hat und zum „Xenomania-Clan“ zählt. Und somit also beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Karriere mitbringt. Diverse Labels sollen wohl bei ihr schon auf der Matte stehen, aber derzeit verschenkt sie ihre Introduction-EP noch auf ihrer Website. Ein formidables Angebot!
Die amerikanische Shoegazeband DulceSky ist ja ein langjähriger Blogfavorit, nicht erst seit ihrer famosen Coverversion des Ride-Klassikers «Unfamiliar».
Nun sind die Jungs mit einem neuen Album, ihrem zweiten, zurück – «Invisible Empire» heißt das gute Stück und einen der Songs können wir uns immerhin bei YouTube anschauen. Bin mal auf den Rest gespannt!
Die britische Band Kyte veröffentlichte letztes Jahr ihr neues Album «Dead waves», das diesen Hit enthielt, dessen Titel obskur bis unaussprechlich wirkt. Wie gut, dass die Musik deutlich zugänglicher ist!
Let’s get gloomy! Was kommt heraus, wenn man Joy Division mit Wild Nothing mixt? Musik, die so klingt wie das, was Craft Spells spielen – Dream-Pop mit Post-Punk-Flair, der durch die ganz und gar unfröhliche Stimme des Sängers ordentlich geerdet wird. Letztes Jahr erschien die Single «Party Talk», und von dem einen oder anderen Blog wird das Quartett als eine der Hoffnungen für 2011 gehandelt. Mal schauen!
French Films – Da müssen sich The Drums aber warm anziehen
Hihi, da dominierten Franzosen und Finnen meine 2010er Charts und nun gibt es eine finnische Band, die sich French Films nennt. Dann kann ja nichts mehr schief gehen. Zumal das Quintett aus Helsinki sehr unterhaltsame Surfjangletwangpostpunkwhatever-Musik spielt, mit denen sie The Drums und ähnlichen Kapellen durchaus Konkurrenz machen dürften. Man darf gespannt sein, was die Jungs 2011 so auf die Beine stellen. Den Song «Golden seas» von ihrer gleichnamigen Debüt-EP gibt es jedenfalls bei Soundcloud erstmal als kostenlosen Download – so schiebt man eine Karriere richtig an!
Ein wenig geschwächelt haben sie, die schwedischen Bands im Jahre 2010. Jedenfalls stürmten sie nicht in gewohnter Stärke auf die vorderen Plätze meiner persönlichen Charts. Vielleicht wird 2011 ja wieder etwas mehr Gas gegeben – geung Nachwuchstalente haben die Skandinavier allemal, wie die Band Case Conrad beweist. Das Quartett aus Malmö hat unlängst sein Debütalbum «Dew point» veröffentlicht, auf dem sich folkige Gitarrenklänge finden, die ein wenig nach staubiger Wüste klingen. Genau das richtige im Winter.
The History of Apple Pie – Schrammelig ins neue Jahr
Herrlich, herrlich, wenn junge neue Bands den Schrammelfaktor ihrer Gitarren hochdrehen und C86 & Twee vermengen, dass es nur so eine Freude ist. The History of Apple Pie, ein neues Quintett aus London, zählen Teenage Fanclub, Comet Cain und Saint Christopher zu ihren Einflüssen, und das Ergebnis ist Indiepop der ausgesprochen charmanten Sorte. Bisher existiert eine Split-Single mit den musikalisch kompatiblen Sweater Girls, aber ich hoffe, doch, dass wir im Jahre 2011 noch mehr von THoAP zu hören bekommen.
Vor langer, langer Zeit – da betrieb ich noch gar keinen Blog – stieß ich im Netz auf das amerikanische Ein-Mann-Projekt Cosmicity, die angenehm fließenden Synthiepop spielten, dann aber irgendwie bei mir wieder in Vergessenheit gerieten. Durch einen Tipp des emsigen José Antonio wurde ich nun auf die neue EP «Four for free» aufmerksam gemacht, die es als Gratis-Download gibt und stilistisch durchaus in altbekanntem, angenehmen Fahrwasser unterwegs ist.
Willkommen im neuen Jahr! Wer 2010 schon jetzt etwas vermisst, der kann sich ja mal den satirischen Jahresrückblick des Frontal 21-Teams Werner Doyé/Anderes Wiemers anschauen – all das haben wir in den letzten 12 Monaten überstanden!
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